Mit Kleingeld in die Selbstständigkeit
Mikrokredite erleichtern den Weg in die Selbstständigkeit. Vor allem arbeitslose Gründer nutzen dieses Finanzierungsmodell.
Mit weniger geht's auch. Jährlich beweisen 200.000 Startups in Deutschland, dass man auch ohne millionenschwere Investoren den Sprung in die Selbstständigkeit wagen kann. Deren Gründer verfügen über Kredite von maximal 25.000 Euro. Das hat eine Studie der KfW Bankengruppe ergeben. 1,2 Milliarden Euro werden demnach pro Jahr für Kleinkredite bereitgestellt, das macht rund ein Fünftel der gesamten Gründungsfinanzierung durch Kredite aus. Geldgeber sind nicht nur Banken oder die Bundesagentur für Arbeit, auch Freunde und Verwandte schießen Kapital zu.
"Das Gründungsgeschehen in Deutschland dominieren Projekte mit geringem Finanzierungsbedarf", sagt KfW-Volkswirtin Katrin Ullrich. "Das schafft eine starke Nachfrage nach Kleinkrediten." Die Studie zeigt, dass die meisten Gründer, die Kleinkredite in Anspruch nehmen, ihre Unternehmen aus der Arbeitslosigkeit heraus starten. Wer dieser Gruppe angehört, müsse kämpfen, sagt Ullrich: "Diese Gründer haben es oft schwer, Bankdarlehen zu erhalten."
Unternehmensgründer bekommen Hilfe
Diese Kluft will der Mikrofinanzfonds Deutschland schließen, ein Pilotprojekt von KfW, Bundesregierung und GLS Bank. Der Fonds unterstützt regionale Initiativen, die sogenannte Mikrokredite vermitteln. Unternehmensgründer können so ein Darlehen bis 10.000 Euro bei Banken erhalten, die mit dem Mikrofinanzfonds kooperieren. Der Fonds übernimmt das Kreditausfallrisiko.
Die KfW schätzt, dass der Bedarf für solche Modelle in Deutschland in nächster Zeit noch zunehmen wird. Ullrich: "In wirtschaftlichen Krisenzeiten wächst erfahrungsgemäß die Zahl der Gründer, die Kleinkredite in Anspruch nehmen."
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