Unternehmen buhlen um Azubis
Die Suche nach Lehrlingen für das neue Ausbildungsjahr ist in vollem Gang. Doch schon heute ist klar: Jede fünfte Firma wird den offerierten Ausbildungsplatz nicht besetzen können. Die demographische Entwicklung und die mangelnde Ausbildungsreife sorgen für ein Überangebot an Lehrstellen. Wie Unternehmen sich dennoch Nachwuchskräfte sicher können.
Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter mehr als 15.000 Unternehmern zeigt, mit welchen Maßnahmen die Firmen die Besetzung ihrer Ausbildungsplätze sicherstellen wollen:
Kooperationen mit Schulen |
54 % |
Verbessertes Ausbildungsmarketing |
47 % |
Neue Bewerbergruppen erschließen |
24 % |
Angebote für lernschwächere Bewerber, etwa über eine Einstiegsqualifizierung |
19 % |
Kooperationen mit Hochschulen |
18 % |
Anforderungen an die Bewerber werden gesenkt |
18 % |
Zusatzqualifikationen werden offeriert |
10 % |
Um bei geeigneten Bewerbern mehr Aufmerksamkeit für den eigenen Betrieb zu wecken, gehen die Firmen immer häufiger mehrere Wege gleichzeitig: Das Internet nutzen 52 Prozent der Befragten, 39 Prozent schalten Anzeigen in regionalen Zeitungen oder fragen bei der Kammer nach potenziellen Azubis (38 Prozent). Direkte Werbung in Schulen betreibt ein Drittel der Betrieb.
Viele Unternehmen engagieren sich bereits vor dem Ausbildungsbeginn, um sich die besten Kandidaten zu sichern. 18 Prozent bieten Schülerpraktika an - wahlweise in den Ferien oder im Rahmen von Praxisklassen. Im zweiten Fall lernen die Jugendlichen an einem Schultag der Woche über das Jahr hinweg einen Beruf genauer kennen. Genauso viele Betriebe bieten Einstiegsqualifizierung (EQ). Dabei handelt es sich um sechsmonatige Praktika in deren Anschluss ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen werden kann.
Damit die geschaffenen Ausbildungsplätze dennoch besetzt werdenen, bieten viele Firmen Zusatzangebote an, mit denen die mangelnde Ausbildungsreife der Bewerber ausgeglichen werden soll. Mehr als jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) organisiert Nachhilfeunterricht in den Grundlagenmaterien wie Mathe, Deutsche oder eine Fremdsprache - alles nur, damit der Nachwuchs den Anforderungen der Lehrzeit gerecht werden kann.
Dieses Engagement zeigen nicht nur die größeren Gesellschaften: Jede zweite Firma mit weniger als zehn Mitarbeitern organisiert diese zusätzlichen Lerneinheiten.
Ein Drittel der Betriebe nutzt zudem die ausbildungsbegleitenden Hilfen der Arbeitsagenturen und jeder Fünfte bietet Jugendlichen, die bei einem Bildungsträger ausgebildet werden, Praktika an. Elf Prozent der Interviewten setzen auf Mentoren, die den neuen Lehrlingen in der schwierigen Übergangszeit von der Schule ins Berufsleben beratend zur Seite stehen sollen.
© 2010 impulse













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