18.09.2009
von: Jan-Henrik Förster

Online die Marke schützen

Domaindiebstahl, Warenfälschung, Phishing. Wie Cyber-Kriminelle im Netz den Ruf von Firmen beschädigen - und was Chefs dagegen unternehmen können.

Mit falschen Webadressen wollen Kriminelle User in die Irre führen
Mit falschen Webadressen wollen Kriminelle User in die Irre führen
Fotolia

"Das Internet ist attraktiv und günstig für die Kundensuche, aber eben auch für Betrug", sagt Frank Schulz, Betriebsleiter der Firma Markmonitor. Täglich späht er im Netz nach Cyber-Kriminellen, die den Ruf einer Marke vorsätzlich beschädigen. Auffällig sei, dass die Betrüger gleichzeitig von verschiedenen Fronten angreifen. Viele Methoden sind zwar nicht neu, dafür aber mittlerweile umso ausgereifter.



Ein von Markmonitor regelmäßig erstellter Index zeigt: Einige der wertvollsten Marken der Welt sind pro Woche rund einer halben Million Angriffe ausgesetzt.Doch nicht nur die sind gefährdet: "Den Internetkriminellen ist die Größe des Unternehmens egal. Ob Konzern oder Mittelständler: Angegriffen wird jeder, der wertvolle Marken in seinem Produktportfolio hat", sagt Schulz.

Betrüger setzen auf Tippfehler



Eine beliebte Methode ist das sogenannte Cyber-Squatting. Der Squatter (engl.: Hausbesetzer) registriert dabei eine Domain, die eine Firma noch nicht für sich angemeldet hat oder die der ursprünglichen Internetadresse stark ähnelt.

Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt: Statt des Suffix ".de" verwenden die Domainvagabunden dann zum Beispiel ".com" oder ".org". Oder verändern die Schreibweise des Firmennamens: Beim Typo-Squatting setzt der Anbieter auf Tippfehler des Nutzers.Welche Methode auch benutzt wird, auf den Zielseiten warten dann Überraschungen wie Trojaner, Viren, Bezahlwerbung. Auf manchen Seiten versuchen die Fälscher auch eigene oder gefälschte Waren zu verkaufen.

Große Firmen verlieren bis zu zwei Millionen User

"Der Name des Unternehmens kann dann mit dem Missbrauch in Verbindung gebracht werden", sagt Schulz. Manche Unternehmen verlieren durch die gestohlenen Seiten bis zu zwei Millionen Besucher auf ihrer eigenen Homepage, schätzt er.

Oftmals versuchen Squatter die abgegriffenen Domains an den Markenbesitzer zurück zu verkaufen – das kann für Unternehmen teuer werden. Die Kosten liegen, je nach Markengröße, zwischen 100 und 1 Million Euro. Zwar gibt es Möglichkeiten Squatter zu verklagen, doch zuerst muss die betroffene Firma eine Reihe von Beweisen sammeln, um den Tatbestand der Rufbeschädigung nachzuweisen. Das kostet Zeit. Hier kommen die Spezialisten ins Spiel.

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© 2009 impulse

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